Unsere ASW20:
Ja, unser Gummiadler, der hat wohl auch schon so einiges erlebt.
Wir haben sie 19?? Gekauft, da war sie allerdings doch etwas kaputt.
Wir haben diese ASW20 damals gebraucht gekauft, sie war ein
Unfallflugzeug, zum Glück aber kein Flugunfall, sonder ein
anderer. Der damalige Besitzer hätte wohl auf der Autobahn ein
paar Probleme mit dem Hänger und so ist das Gespann umgekippt.
Pech für den Besitzer, aber Glück für uns. Wir konnten
sie dann günstig erstehen, denn so kaputt wie man anfangs dachte
war sie gar nicht. Einige Stellen waren schon zu machen, das
Seitenruder war aber komplett kaputt, genauso die beiden Querruder und
die Wölbklappen.
Wir bei uns in dem Verein haben aber den Vorteil echt
spitzenmässige Werksttleiter zu haben, die so ziemlich alles
reparieren konnten, was man selbst machen durfte. So machten die sich
an die Arbeit, währenddessen wurden dann bei Alexander-Schleicher
Flugzeugbau neue Querruder und Wölbklappen geordert. Ein neues
gebrauchtes Seitenruder bekamen wir dann von einem unserer Mitglieder,
welcher selbst privat eine 20 besitzt und das Ruder noch über
hatte. Jedenfalls hatten wir dann bald darauf eine schöne ASW20,
die wir unser eigen nennen konnten.
Ja, und dann beginnt die fliegerische Geschichte der ILO. Bei uns im
Verein hat sich ganz besonders einer auf die 20 gefreut: Wolfgang
Oesterwind, unser Streckenflug-„Chef“. Er hat das Flugzeug dann gleich
unter seine Fittiche genommen und sie dann ein bisschen bearbeitet. So,
wurden alle Ruder komplett angefräst und so gut und sauber wie es
nur ging abgedichtet. Dann wurde der Schwerpunkt mittels Blei im Sporn
optimiert und angepasst.
Das hatte dann aber die Folge, dass der Schwerpunkt sehr weit hinten
lag und die ganzen Leichtgewichte das Flugzeug nur noch mit viel Blei
fliegen konnten, und sie deswegen auch nicht mehr so gerne flogen.
Seitdem gab es eigentlich im Verein nur noch so um die 3-4 Leutchen,
die die 20 flogen. Bei brauchbarem Wetter war sie aber sowieso
eigentlich immer auf Strecke. In dieser Zeit war die 20, dann fast wie
Wolfgang´s Privatflieger und böse Zungen behaupteten sogar,
dass das Wettbewerbskennzeichen ILO für Interessengemeinschaft
Luftfahrt Oesterwind stünde. Auch unsere Bordbuchschreiberin
meinte mal, sie könnte den Namen Oesterwind bald genauso gut
schreiben wie ihren eigenen.
Dem war aber nicht lange so. Irgendwann kamen dann wieder diese
Jung-Scheinpiloten an und fanden den Gummiadler richtig interessant.
Kurz darauf verschwand dann ein grosser Teil des Bleis aus dem Sporn
und Wolfgang musste mehr und mehr das Flugzeug abtreten.
Dazu muss man aber jetzt sagen, dass er das sehr gerne macht bzw.
gemacht hat, denn Wolfgang ist sehr in der Förderung des
Nachwuchses engagiert. So hat er Sven und mich echt zum Streckenfliegen
gebracht und wir haben auch sehr von seinem Können und Wissen
profitiert, sodass wir dadurch auch mehr oder weniger erfolgreich durch
die Gegend schippern oder mal nen ganzen Tag auf dem Acker in 190KM
Entfernung verbringen. Danke dafür Wolfgang!
Trotzdem lassen wir Wolfgang aber sein Baby so oft es geht, das er
wohl nur gegen eine ASW27 tauschen würde! In diesem
Frühjahr war er damit z.B. mal wieder in Vinon in Frankreich zum
Fliegen, aber leider war das Wetter nicht ganz so toll.
Aber es muss ja auch nicht immer Frankreich sein, in Deutschland
kann man nämlich auch grosse Strecken fliegen (obwohl die Alpen ja
auch ohne Strecke eine Welt für sich sind), denn die grösste
je geflogene Distanz bei uns am Platz sind genau 700,6KM. Auch diese
hat Wolfgang mit der ILO geflogen. Leider hat er es damals nicht mehr
ganz bis zum Platz zurück geschafft und lag daher etwas über
1KM vor unsere Bahn. Es hätte wohl gereicht, wenn wir nicht noch
so einen 300m hohen Berg direkt neben unsere Bahn liegen hätten!!!
Inzwischen sind es wieder wesentlich mehr, die die ASW20 fliegen. Sie
ist auch einfach ein schönes Flugzeug. Sie steigt gut, ist bequem
und ihre Gleitleistungen sind für ihr Alter (ich meine das Alter
der Konstruktion) sehr sehr beachtlich. Allgemein gesehen finde ich,
dass die ASW20 damals schon so ein bisschen ihrer Zeit voraus war.
Manches davon kann man auch gut erkennen, wenn man sich mal die
Lösung der Belüftung ansieht, und welche Gedanken sich da
gemacht wurden. Anderes wiederum muss man sich einfach erfliegen. Auf
alle Fälle ein tolles Flugzeug, was sich auch in der Luft und am
Boden immer wiedererkennen lässt.
Nicht um sonst gab es bei uns im Verein bis vor kurzem noch 3
private ASW20!
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