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LSV Kreis Osterode

Segelfliegen lernen im LSV Kreis Osterode

Die Welt von oben hat jeder schon einmal aus dem Urlaubsflieger heraus gesehen. Segelfliegen dagegen ist anders: intensiv, pur, direkt.
Wolken in der Aue
Wolken in der Aue
Man fühlt hier die dritte Dimension und erlebt sie. Wer einmal bei uns hineingeschnuppert hat und mitgeflogen ist, der findet schnell heraus, dass Segelfliegen viel mehr ist als ein normales Hobby und dass man sich ganz neuen Herausforderungen gegenübergestellt sieht - dass es in viele Bereiche des normalen Lebens hineingreift. Beispielsweise beobachtet man das Wetter und seine vielseitigen Facetten plötzlich auf ganz andere Weise. Und - man lernt nicht nur von der ersten Minute im Flugzeug an, nicht nur bis zur Lizenz, sondern ein Leben lang.

Den Segelflug kann man im Alter von 14 Jahren beginnen und ein Leben lang betreiben, ohne dass es jemals langweilig wird. Der Flugsport bringt Generationen zusammen, bei uns stehen der 14-jährige Flugschüler wie der 30-jährige Streckenflieger neben dem erfahrenen Fluglehrer und dem Kunstflugpiloten.

Bis zur Piloten-Lizenz (PPL-C: Privat-Piloten-Lizenz, Beiblatt C - wie es amtlich heißt) hat ein junger Segelflieger allerdings einige „kleine“ Hürden zu meistern. Der Gesetzgeber schreibt 25 Flugstunden vor, davon 15 im Alleinflug, hinzu kommt eine theoretische Ausbildung in den Fächern Luftrecht, Navigation, Meteorologie, Aerodynamik, Flugzeugkunde, Technik und Verhalten in besonderen Fällen. Hierfür gibt es aber keine Mindeststundenzahl. Fühlt sich der
Ehrenamtliche Navigationsausbildung im Verein
Ehrenamtliche Navigationsausbildung im Verein
Aspirant mit seiner Ausbildung bereit zur Prüfung, dann wird er in den Theoriefächern im Multiple-Choice-Verfahren geprüft, in einem zweiten Schritt muss er einen Überlandflug von mindestens 50 km Länge absolvieren und in der dritten Phasen drei Starts mit einem Prüfer machen. Hat er dies alles erledigt, bekommt er seine Lizenz, frühestens aber ab Vollendung des 16. Lebensjahrs. Zur Ausbildung gehört weiterhin eine Teilnahme an einem Kurs für Sofortmaßnahmen am Unfallort (diesen kann man auch später für den Führerschein verwenden) und der Erwerb eines Funksprechzeugnisses. Das alles klingt nach viel Arbeit und Lernen (das ist es auch), aber in der Praxis ist es gut zu schaffen: Alle die den „Schein“ ernsthaft haben wollten, haben ihn auch bekommen.


Oft werden wir nach den Kosten einer solchen Ausbildung bei uns gefragt und wie lange sie dauert. Zu den Kosten: Für Flugschüler (Erwachsener und Jugendliche) entfällt eine Aufnahmegebühr, man hat einen monatlichen Beitrag -- und 20 Cent pro Flugminute für Erwachsene und 15 Cent für Jugendliche und Schüler.


aktive Mitglieder passive Mitglieder

Erwachsene    Jugendliche  
Für Anfänger:
einmalige Kosten      
  Aufnahmegebühr  -- -- entf.
  nach 1. Alleinflug  200,- 100,- entf.
Monatsbeitrag
27,-
16,-
2,50
 
Für PPL-Inhaber
Aufnahmegebühr  300,- 150,- entf.
Monatsbeitrag  25,- 15,- 2,50
Unterstellgebühr für Flugzeug pro Jahr 280,- 280,- entf.
Ausgleich pro nicht geleisteter Baustunde 6,- 6,- entf.
Alle Angaben in Euro!

Damit sind die Kosten abgedeckt - die Ausbildung wird von ehrenamtlichen Lehrern durchgeführt, an den anderen gemeinschaftlich zu leistenden Aufgaben wie Werkstatt, Flugleiter, Windenfahrer, Startschreiber werden die Schüler nach und nach sowieso beteiligt. Die Dauer der Ausbildung ist von jedem individuell abhängig. Wir fliegen an Wochenenden und Feiertagen, in den Schulferien, sowie nach Absprache auch unter der Woche. Je nachdem wie viel Zeit man zur Verfügung hat dauert es entsprechend. Generell kann man aber sagen, dass es meist nach drei bis vier Jahren geschafft ist. Im Vertrauen: Die Fluglehrer haben dann irgendwann auch keine Lust mehr und wollen neue Gesichter sehen.

Winterarbeit in der Vereinswerkstatt
Winterarbeit in der Vereinswerkstatt

Unser Verein, der LSV Kreis Osterode bietet aber noch viel mehr als nur das reine Segelfliegen. Vor allem für Jugendliche ist das „Drumherum“ ebenso interessant. In den Wintermonaten können viele nützliche handwerkliche Dinge erlernt werden, denn wir pflegen all unsere Flugzeuge und Fahrzeuge selbst. Das reicht vom Umgang mit GFK (Glasfaser-verstärkten-Kunstharzen) bis hin zum Motoraustausch beim Auto. Alles Dinge die man im späteren Leben gebrauchen kann. Aber auch die vielen Menschen und Kontakte, die man kennerlernt und knüpft, bringen einen weiter. So zum Beispiel hat erst kürzlich eine 19-jährige ihren Traumberuf durch ein Mitglied gefunden und verwirklicht. Sie wird demnächst nach Frankfurt gehen und ihre Ausbildung zum Fluglotsen beginnen. Man gewinnt bei uns viele Freunde und schließt Freundschaften, die oft ein Leben lang halten.

Was gibt es außer dem Segelfliegen? Nach der begehrten Lizenz für den Segelflug kann man bei uns zum Beispiel eine Lizenz für den Motorsegler machen.
Die vereinseigene Dimona
Die vereinseigene Dimona
Auch kann man mit einer bestimmten Flugerfahrung und nach einem entsprechenden Lehrgang bei uns dem Segelkunstflug mit wettbewerbsfähigen Flugzeugen frönen.

Neben diesen „harten Fakten“ gibt es aber in unserem Verein eine gewisse Atmosphäre von Freundschaft, gegenseitiger Verantwortung und manchmal auch wohlwollendem Schubsen in eine bestimmte Richtung, die man nicht so einfach mit Worten fassen und beschreiben kann. Letztlich äußert sich dies in einem guten und gleichberechtigten Miteinander von Professoren und Maurern, Azubis und Rentnern, Lehrern und Schülern und was es sonst noch so an gesellschaftlichen Gegensätzlichkeiten gibt.

(Marius Dreier)



Letzte Änderung: 6.3.2011, 12:41Datum: 5.2.2012, 15:25:15
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