Kunstflug
(Noch mehr Bilder, Bilder , Bilder, Bilder, Bilder ...)
Kunst kommt ja bekanntlich von Können; daher wagen sich auch nur gute Piloten
an diese Disziplin. Gut heißt hier, daß die normalen Dinge wie Start, Landung
und Thermikfliegen im Schlaf beherrscht werden müssen, und wenn darüber hinaus
eine besonders ausgeprägte nervliche Verbindung zwischen Kopf, Po, Augen, Gleichgewicht
und Händen vorhanden ist, kann man an solche extravaganten Dinge wie Kunstflug
denken. Entstanden ist diese Kunst früher aus der Not, sogenannte unkontrollierte
Flugzustände eben doch noch kontrolliert zu beenden - eine reine Überlebensgeschichte
zu Anfang also. Im Prinzip geht es darum, bestimmte Flugfiguren möglichst genau
und sauber zu fliegen. Ein Looping ist hier nur eine der einfacheren Figuren.
Damit sie gut und auch bei unterschiedlichen Windverhältnissen wiederholbar
beherrscht werden, ist ständiges Training nötig. Im Normalfall sieht das so
aus, dass das Segelflugzeug von einer Schleppmaschine auf eine bestimmte Höhe
(meist 1200m) und in einen bestimmten Flugraum (Die "Box" - Länge:1000m x Breite:1000m x Höhe:1200m) gebracht wird und der Pilot von
dort aus sein vorher genau festgelegtes Programm beginnt.
In Hattorf haben wir mehrere solcher Piloten: Unter anderen Andreas Brückner - genannt "Lifti", Alexander Wagner und
Christopher Geile, genannt "Nixe". An Flugzeugen gibt es den
Swift, ein reinrassiges Kunstflug-Flugzeug aus polnischer
Fertigung und die ASK 21, einen doppelsitziger Kunstflug-Trainer. In der Regel
wird nach Ende des normalen Flugbetriebes gestartet, um Begegnungen mit unerfahrenen
Flugschülern auszuschließen.
 |  |
 |  | | Am Ende eines Turns geht es senkrecht nach unten: Da kommt keine Achterbahn mit! Halle und Zeltplatz dienen sozusagen als Zielpunkt. |
|
Für Gäste am Boden ist daher der Freitag-, Samstag-, oder Sonntag-Abend besonders interessant, weil da die größte Chance besteht, möglicherweise ein Trainigsprogramm für deutsche oder internationale Meisterschaften vom Boden aus zu beobachten. Wegen der großen Entfernung ist ein Fernglas empfehlenswert.
Wer als normaler Gastflieger besonderes Glück hat
darf mit einem dieser Piloten in der ASK 21 mal eine Steilkurve oder einen Turn
machen - eine auf Flugtagen recht beliebte Einlage. Die am Boden zurückgebliebenen
Familienmitglieder haben dadurch die Möglichkeit, den Blick auf (vorher) großmäulige
und (hinterher) manchmal grüne Väter zu genießen.
 |  |
 |  | | Der Swift kurz vor dem Aufsetzen |
|
Die Flugzeuge, mit denen man Kunstflug machen kann, unterscheiden sich natürlich vom normal verwendeten Gerät. Sie sind stabiler gebaut und haben auch nicht die guten thermischen Eigenschaften zu Steigen oder Streckefliegen -- müssen sie ja auch nicht! Dafür sind sie wendig und reagieren auf kleinste Ruderausschläge. Das Standardflugzeug für Kunstflug war ehedem die LO100, ein Holzflieger mit der Spannweite von zehn Metern. Allerdings werden diese Typen nicht mehr gebaut und die jetzt noch existierenden Stücke kommen "in die Jahre". Wer hier aktuelle Flugzeuge sucht, ist aus Typen aus dem Ausland angewiesen. Unser Swift ist beispielsweise ein in Polen gebautes Kunststoffgerät.
|